Mama Menschen

    Tägliche Horizonterweiterung

    Mirco Larsen ist Geschäftsführer Kreation bei uns. Er liebt Fender-Gitarren und hat bei jedem Wetter die Jalousien unten. 

     

    Wie bist du in die Werbung gekommen?

    Ich bin eigentlich Journalist. Ich wollte einfach immer etwas machen, bei dem ich eine tägliche Horizonterweiterung erlebe. Zuletzt beim Österreichischen Rundfunk als redaktioneller Berater. Danach wollte ich gern in der Formatentwicklung weitermachen. Das war zu der Zeit, als YouTube, Facebook & Co. auftauchten. Da ergab es sich, statt TV-Magazinen „Brand-Content“ zu entwickeln und selber zu produzieren. So bin ich da reingerutscht, und weil ich schon der Mann für YouTube war, haben mir die Kunden auch gleich die Facebook-Seiten mit anvertraut – so war ich dann irgendwie im Digital- und Contentmarketing gelandet.

    Ich habe über sechs Jahre ein großes Modeunternehmen betreut und sehr eng mit dem CEO gearbeitet, darüber bin ich dann auch in Dinge wie Kampagnenentwicklung hineingewachsen. Letztendlich bin ich ein absoluter Quereinsteiger. Tatsächlich über Social Media habe ich dann vor zwei Jahren Klaus Ludwig, den Inhaber von Mama, kennengelernt und wir haben uns immer wieder getroffen und darüber philosophiert, wie man eine Agentur ins „Heute“ transportieren kann. Ich finde die Digitalisierung und den gesellschaftlichen Wandel, die Generationen Y und Z hochspannend und habe von Klaus die Möglichkeit bekommen, zusammen mit Melanie die Mama Werbeagentur umzugestalten. Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und beschäftige mich gern mit 1000 Dingen gleichzeitig und versuche, immer noch eine Ebene tiefer zu denken. So ist die jetzige Mama entstanden.

     

    Worauf kommt es heute an?

    Ich denke, das Wichtigste ist, den Transformationsprozess, in dem wir uns technologisch und gesellschaftlich befinden, ganzheitlich zu verstehen. Wir werden immer mehr feststellen, dass unsere gelernten Muster nicht mehr funktionieren, und während wir uns damit abfinden und versuchen uns anzupassen, schieben zwei Generationen hinterher, für die für uns gravierende Veränderungen bereits selbstverständlich sind. Es kommt vor allem darauf an, aufmerksam zu sein und sich eine kindliche Neugierde auf das, was kommt, zu bewahren.

     

    Was bedeutet das für Werbung?

    Ich bin kein klassischer Werber, sondern Journalist und kann dementsprechend keinen Vergleich ziehen. Generell habe ich das Gefühl, dass es die „Werbung“, wie ich sie früher verstanden habe, nicht mehr gibt. Aus Reklame wurde mal Werbung, jetzt wird daraus Kommunikation. Werbung war immer top-down. Es wurde eine Welt suggeriert, von der eine ermittelte Zielgruppe dann angesprochen wurde. Heute möchte niemand gezeigt bekommen, wie seine Wunschwelt aussieht. Die Menschen haben klare Vorstellungen und Werte und möchten sich von Marken ernstgenommen fühlen und mit ihnen interagieren und sie idealerweise auch mitgestalten dürfen.

     

    Im Rahmen der Digitalisierung und des „gläsernen Menschen“: Wozu braucht der Mensch noch Privatsphäre?

    Ich denke, dass sich das Verständnis von Privatsphäre verändert. Was ich als Privatsphäre bezeichne, ist für meine Kinder oder jüngeren Kollegen öffentlicher Raum. Der Begriff und das Gefühl „Privatsphäre“ wird vermutlich von den Generationen X, Y, Z unterschiedlich definiert und gelebt werden.


    Wie muss eine Werbeagentur heute aussehen, um in der Zukunft erfolgreich sein zu können?

    Eine kreative Idee oder Umsetzung kann heute jeder überall bekommen. Wer ein Layout oder eine andere kreative Umsetzung braucht, muss nur auf Behance oder Dribbble schauen und sich einen Arter suchen, der ihm gefällt. In jedem Coworking-Space bekommt man schnell ein Kreativ-Team zusammengesetzt. Eine Agentur muss vor allem vermitteln können, dass man ihr vertrauen kann. Jemand sein, den man alles fragen kann und der ein guter Sparringspartner ist. Sie muss auf Augenhöhe kommunizieren und wirklich alles hinter sich lassen, was man bisher mit der Branche verbunden hat. Das klassische Agenturmodell ist tot. Man braucht emphatische Kontakter, Strategen mit messerscharfem Verstand, ein flexibles Kreativteam und ein Führungsteam mit Vision und Weitblick.

     

    Welche ist derzeit deine Lieblingskampagne?

    Ich mag sehr, was Serviceplan für Beck’s macht: Erst mit dir wird’s legendär. Außerdem die Kreation von David+Martin für Ovomaltine: Nicht ganz knusper. Mein Sinn für Ästhetik wird noch immer von den 2018er-TV-Spots rund um den BMW i8 angesprochen. Das ist Wertigkeit pur.

  • Mama erzählt Mama mag

    Der Einfachheit halber.

    Jedes Mal bei der Präsentation einer Idee steht man da und denkt immer wieder: „Kann das überhaupt reichen?“ Man beginnt seine einfache Idee aufzuladen, verlängert sie in verschiedene Kanäle, macht sie…

  • Mama kocht

    Zeig mal her dein Pausenbrot!

    Wenn sich süße Äpfel und herzhafter Meerretich mit knackigen Kürbiskernen auf einem Sandwich treffen, dann ist das quasi das Butterbrot 2.0. Und weil alle Welt die Deutschen um ihre leckeren Brot-Spezialitäten beneidet,…

  • Mama erzählt Mama macht

    What´s in the box?

    Als ich 7 war, habe ich beim Einkaufen ab und zu eine Wundertüte von meinen Eltern bekommen. Ich hab dann immer etwas gequengelt und dann hat’s meistens auch geklappt. Vor einer…

  • Mama macht

    Generation who, what, Y!

    Das Wichtigste ist, seinen Kunden zu verstehen. Daher beschäftigen wir uns bei MAMA sehr intensiv mit dem Thema Generation Y und Z. Als Werkstudent in der Strategie habe ich viel über…

  • Mama mag

    #wirsindmehr

    Wir möchten nicht einfach still dabei zusehen, wie da draußen alles noch verrückter wird. Am 05.09 sind auch in Hamburg die Rechten wieder auf die Strasse gegangen. Und 10.000 Hamburger haben…

  • Mama mag

    Mobilität für Alle!

    „Für alle, die länger als bis 19:30 im Büro sind übernehmen wir die Carsharingkosten“ – und alle so: „Yeah“. Leider gibt es hier in der Hamburger Innenstadt ab spätestens 19h keine…

  • Mama erzählt

    Pitch, Pitch, Hurra! …?

    Ein Pitch ist eine große Sache. Man erlebt viele extreme Zustände in sehr kurzer Zeit. Glaube, Hoffnung und auch Liebe. Und am Ende liegen dann Glück und Enttäuschung wieder so dicht…

  • Mama macht

    Veränderung 1.2

    Digitale Kreation zieht bei uns ein. Es ist wichtig die Funktionsweise von digitalen Lösungen zu verstehen und nachzuvollziehen. Deshalb haben  wir uns ein Experimental-Labor zugelegt. Raspberry Pies, einen 3D-Drucker und Sensorik.…