Mama erzählt Mama mag

Der Einfachheit halber.

Jedes Mal bei der Präsentation einer Idee steht man da und denkt immer wieder: „Kann das überhaupt reichen?“ Man beginnt seine einfache Idee aufzuladen, verlängert sie in verschiedene Kanäle, macht sie damit komplexer, aber auch komplizierter. Doch da steckt man dann schon mitten in der Misere, denn je komplizierter die Idee, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sie überlebt und erfolgreich ist.

Was wollen und sollen wir mit so einer Idee überhaupt erreichen?

In erster Linie soll die Idee zu guter Werbung werden. Sie soll Aufmerksamkeit erzeugen und Menschen sollen sich davon angesprochen fühlen und deshalb etwas kaufen.Die Idee soll für Umsatz, Bekanntheit, Reichweite auf allen Kanälen sorgen. Und je mehr du das willst, desto mehr verkopfst du, desto komplizierter wird die Idee und aus der alten Faustregel „Ein gutes Konzept muss in einem Satz erklärt sein“ ist längst eine 30-Slides-PowerPoint-Präse geworden.

Mein Gefühl ist, es müsse so gehen: Ich sehe – ich verstehe. Oder: Problem – gelöst. Mehr nicht. Was wir wirklich erreichen müssen, ist mitten ins Herz zu gehen, in den Kopf.

Und je simpler das geht, desto besser.

Komplizierte Ideen neigen dazu, in die Binsen zu gehen, denn niemand kann sie tatsächlich akkurat und einheitlich erklären oder wiedergeben. Schwupp, kaputt. Man fängt von vorne an, sucht Inspiration, schaut sich alles Mögliche an, das passen könnte, denkt über Technologien nach, versinkt in einem Strudel aus Brainstormings und Unsicherheiten. Dahin ist die Idee der simplen Idee.

Mir als Werberin passiert immer wieder ein „Boah, warum ist mir das nicht eingefallen?“. Im Normalfall passiert mir dies bei den einfachsten Ideen oder Exekutionen.

Ein Beispiel dafür und für ICH SEHE – ICH VERSTEHE ist eine Print Ad von Blattner Brunner für Lego, die sich auf eine ganz einfache Idee und ein simples Bild stützt. Ohne Copy, nur mit einer einfachen und leicht verdaulichen Nachricht fängt diese Anzeige eine komplexe Vorstellung in einer der einfachsten Formen ein.

Das Erfassen einer viel einfacheren, allgemeineren Idee auf eine einfachere Weise führt nicht nur zu einer effektiven Anzeige, sondern erhöht auch die Chance, dass mehr Personen sich davon angesprochen fühlen werden.

 

 

Auch unser Mama-mag-Projekt funktioniert ganz einfach und hat mir ein „Es kann sooo einfach sein“ entlockt. Ein Paradebeispiel für das Prinzip PROBLEM – GELÖST.

Es ist die Idee und Umsetzung der Agentur Glow aus Berlin. Sie erfanden das „wärmste Plakat Berlins“. Bis zu 10.000 Obdachlose leben auf Berlins Straßen. Und natürlich tun sie dies nicht nur in lauen Sommernächten, sondern auch in bitterkalten Winternächten. Und da ist das Problem: KALT.

Und das wird gelöst. An der Torstraße, also im Zentrum direkt neben dem Alexanderplatz, ist ein Plakat mit goldenen Wärmedecken wie ein Geschenk verpackt worden. Auf dem Plakat klebten über 100 Wärmedecken zum Mitnehmen. Allein in der ersten Nacht ist die Hälfte der Decken entnommen worden. Glow füllte wieder auf. Toll. Am 30.11. ist das Plakat dann dem Berliner Kältebus, einer Initiative des DRK, übergeben worden. Awareness und tatsächliche Hilfe, verpackt in einer sofort verständlichen Idee. Chapeau.

Effektivität kann so einfach sein.

 

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